Produktdaten, die ein Agent versteht
Agenten raten nicht, sie überspringen. Welche Felder ein Produkt maschinenlesbar machen, warum Freitext dabei nicht hilft und wo du den Stand prüfst.
Boaz Lichtenstein
Ein Mensch liest eine Produktseite und ergänzt das Fehlende aus Erfahrung: dass „lieferbar“ wohl heißt, dass es diese Woche kommt, dass der Preis ohne Versand gemeint ist, dass die Größe italienisch ausfällt. Ein Agent tut das nicht. Er nimmt, was ausgezeichnet ist, und überspringt den Rest. Wer verglichen werden will, muss vergleichbar sein.
Die Felder, an denen es hängt
Vier Angaben entscheiden, ob ein Produkt in einem maschinellen Vergleich überhaupt auftaucht:
- Preis mit Währung, und zwar der, der am Ende gilt.
- Verfügbarkeit als Status, nicht als Satz — „auf Lager“ im Fließtext ist für eine Maschine kein Zustand.
- Versandkosten und Lieferzeit, weil ein Agent Gesamtkosten vergleicht und nicht Artikelpreise.
- Identifikatoren (GTIN, Hersteller, Herstellernummer). Sie sind der Schlüssel, mit dem dein Produkt und dasselbe Produkt bei anderen als dasselbe erkannt werden.
Fehlt der Identifikator, wirst du nicht falsch einsortiert — du wirst gar nicht einsortiert. Das ist der Unterschied zwischen schlecht gerankt und nicht vorhanden.
Warum Freitext hier nicht rettet
Beschreibungen sind für Menschen gut und für Vergleiche schwach. „Fällt klein aus“ ist eine hilfreiche Information und kein Feld. Die Regel lautet nicht „weniger Text“, sondern: Alles, was ein Wert ist, gehört in ein Feld — Maße, Material, Menge, Kompatibilität. Der Text erklärt danach, was die Felder nicht sagen können.
Rückgabe und Bedingungen gehören dazu
Was ein Agent für eine Kaufentscheidung braucht, endet nicht am Preis. Rückgabefrist, Garantiezeit und Zahlungsarten sind Teil des Vergleichs, und sie stehen in vielen Shops ausschließlich in den AGB — also in einem Dokument, das niemand strukturiert liest. Diese Angaben maschinenlesbar zu machen, ist der Schritt, den die meisten Shops noch vor sich haben.
Zwei Dinge, die man nicht tun sollte
Werbeaussagen in Titel und Felder schreiben. „Bester Preis“, „Top-Qualität“, Emoji: Für die Zuordnung ist das Rauschen, und es verschlechtert die Erkennung des eigentlichen Produkts.
Unterschiedliche Wahrheiten pflegen. Wenn Feed, Produktseite und strukturierte Daten verschiedene Preise nennen, entscheidet nicht der höchste oder der niedrigste, sondern der, den die Maschine zuerst findet — und dein Shop wird als unzuverlässig eingeordnet. Eine Quelle, alle Ausgaben daraus.
Wo du den Stand prüfst
Ob die Auszeichnung technisch trägt, sagt dir ein Blick von außen: unser Structured-Data-Check prüft, ob die JSON-LD-Daten gültig sind und welche Merchant-Felder fehlen, und der Agent-Ready-Check prüft die Standards des agentischen Webs drumherum. Beide sind kostenlos und liefern je Befund eine Anleitung — der nächste Schritt nach dieser Lektion ist also, den eigenen Shop einmal durchlaufen zu lassen.