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Alltag · Technologie

Galaxy Z Fold 8: Samsung baut das Foldable um – und streicht Funktionen

Samsungs Galaxy Z Fold 8 wird kürzer, breiter und teurer: 1.999 Euro Einstieg, kein Telezoom, kein Flex-Modus. Was das Format taugt – und für wen es sich rechnet.

Von Boaz Lichtenstein Bei Google bevorzugen

Beitragsbild: Galaxy Z Fold 8: Samsung baut das Foldable um – und streicht Funktionen

Samsung hat am 22. Juli in London die achte Generation seiner Foldables vorgestellt: Galaxy Z Fold 8, Fold 8 Ultra und Flip 8, im Handel ab dem 7. August. Interessant ist daran weniger, was dazugekommen ist – sondern was Samsung weggelassen hat, und was der Preis über den Markt verrät.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Fold 8 kostet ab 1.999 Euro (256 GB), das Fold 8 Ultra ab 2.199 Euro; die Spitzenvariante mit 1 TB liegt bei 2.799 Euro.
  • Es ist kein direkter Nachfolger des Fold 7, sondern ein neues Format: kürzer, breiter, aufs Lesen und Schauen ausgelegt.
  • Gestrichen wurden Telezoom und Flex-Modus – bewusste Entscheidungen zugunsten von Preis, Gewicht und Bauform.
  • Mit 201 Gramm ist es Samsungs leichtestes Buch-Foldable, der Akku wächst dank Silizium-Karbon-Technik auf 4.800 mAh.
  • Den Aufpreis begründet Samsung mit der DRAM-Knappheit – ein Grund, der mit Falttechnik nichts zu tun hat.

Das neue Format: breiter statt länger

Die auffälligste Änderung ist die Geometrie. Das Fold 8 misst zusammengeklappt 5,5 Zoll im Verhältnis 16:10 und öffnet sich auf 7,6 Zoll im Verhältnis 4:3 – also näher am Quadrat als bisher. Damit rückt Samsung vom langen, schmalen Außendisplay ab, das die frühen Folds kennzeichnete und das viele als unangenehm schmal empfanden.

Das Ergebnis ist ein Gerät, das zugeklappt wie ein normales, etwas breites Telefon funktioniert und aufgeklappt eher wie ein kleines Lesetablet als wie ein Multitasking-Werkzeug. Samsung sagt das auch so: Die Zielgruppe sind Menschen, die Inhalte konsumieren – und Erstkäufer, die bisher vor der Bauform zurückgeschreckt sind.

Technisch dazu: Snapdragon 8 Elite Gen 5, zwei 50-Megapixel-Kameras, 4.800 mAh mit 45-Watt-Laden und 201 Gramm Gewicht. Die Falte in der Mitte ist laut Samsungs „Flex Titanium“ so gut wie verschwunden – wobei Tester nach den ersten Hands-ons einig sind, dass das faltenlose Display weiterhin eine Falte hat. Sie ist kleiner, nicht weg.

Was fehlt – und warum das ehrlicher ist als es klingt

Zwei Streichungen fallen auf. Es gibt kein Telezoom-Objektiv, und der Flex-Modus ist entfallen – jener halb aufgeklappte Zustand, in dem das Gerät als eigenes Stativ dient, für Videocalls oder Selbstauslöser-Fotos.

Beides ist keine Sparmaßnahme im Verborgenen, sondern folgt aus der Positionierung: Ein Gerät, das primär gelesen und geschaut wird, braucht weniger Kameraakrobatik und weniger Aufstellwinkel. Wer diese Funktionen nutzt, ist schlicht nicht die Zielgruppe – für den bleibt das Ultra oder die Vorgängergeneration.

Bemerkenswert bleibt es trotzdem. In der Foldable-Erzählung der letzten Jahre ging es immer um mehr: mehr Fläche, mehr Modi, mehr Möglichkeiten. Das Fold 8 ist das erste, das aktiv Funktionen zurücknimmt, um ein klareres Gerät zu sein. Ob das als Fokussierung oder als Rückschritt gilt, entscheidet der eigene Nutzungsalltag – nicht das Datenblatt.

Der Preis erzählt eine größere Geschichte

1.999 Euro Einstieg, und Samsung nennt als Grund die weltweite Knappheit bei DRAM-Speicher. Dieser Satz ist die eigentliche Nachricht.

Denn die verbreitete Erwartung lautet: Foldables sind heute teuer, weil die Technik jung ist, und werden mit der Zeit günstiger, so wie Flachbildschirme oder SSDs. Das Fold 8 widerspricht dem. Der Aufschlag kommt nicht aus dem Scharnier oder dem faltbaren Glas, sondern aus einem Bauteil, das in jedem Rechner und jedem Telefon steckt. Wenn Speicher knapp ist, wird alles teurer – Foldables eben auf einem höheren Ausgangsniveau.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Nicht auf den Preisverfall warten, sondern rechnen, ob sich das Gerät jetzt trägt. Und in die Rechnung gehört der Gebrauchtmarkt, der bei Premium-Geräten inzwischen belastbar ist – warum das oft die bessere Entscheidung ist, steht in unserem Artikel zu Refurbished statt neu.

Für wen sich das rechnet

Die ehrliche Antwort ist unspektakulär: Es hängt daran, was du am Tag tatsächlich mit dem Gerät machst.

Es lohnt sich, wenn du unterwegs regelmäßig längere Dokumente liest, Tabellen prüfst, Korrektur liest oder zwei Apps nebeneinander brauchst. Die aufgeklappte Fläche ersetzt in diesen Fällen das Tablet, das sonst zusätzlich mitmuss. Wer ein Tablet einspart, rechnet anders.

Es lohnt sich nicht, wenn dein Handy vor allem Nachrichten, Anrufe, Navigation und Fotos macht. Dann zahlst du rund das Doppelte eines sehr guten klassischen Smartphones für einen Vorteil, den du selten abrufst – und nimmst dafür ein empfindlicheres Gerät in Kauf.

Der zweite Punkt wird beim Kauf gern übersehen: Foldables sind die anspruchsvollste Reparaturklasse, die der Massenmarkt kennt. Das Innendisplay hängt am Scharnier, ein Displaytausch ist entsprechend aufwendig, und Staub im Scharnier ist der Klassiker unter den Spätschäden. Belastbare Langzeitdaten zur achten Generation gibt es noch nicht – das Gerät erscheint erst. Wer aber vier Jahre Nutzung plant, sollte die Reparaturkosten vor dem Kauf nachschlagen, nicht danach. Warum das mehr als eine Randnotiz ist, haben wir im Artikel zu Right to Repair ausführlicher aufgeschrieben.

Unterm Strich

Das Galaxy Z Fold 8 ist das interessanteste Foldable dieses Jahrgangs, aber nicht wegen neuer Rekorde. Es ist das erste, das eine klare Wahl trifft: ein handliches Lesegerät statt einer Multitasking-Maschine, mit Verzicht auf Telezoom und Flex-Modus als Preis dafür.

Ob das die richtige Wahl ist, hängt weniger von Samsung ab als von dir. Zwei Fragen genügen für die Entscheidung: Liest oder arbeitest du unterwegs regelmäßig auf einer Fläche, die größer sein müsste? Und kannst du 2.000 Euro so einsetzen, dass sie länger als zwei Jahre Nutzen bringen? Wer beide Fragen mit Ja beantwortet, bekommt hier ein gutes Gerät. Wer bei einer zögert, hat seine Antwort schon.

Der belastbare Teil der Bewertung – Akkulaufzeit im Alltag, Scharnier-Haltbarkeit, Reparaturpreise – steht ohnehin erst nach den ersten Langzeittests fest. Bis dahin gilt: Vorbestellen ist eine Entscheidung ohne Daten.

FAQ

Häufige Fragen

Was kostet das Galaxy Z Fold 8 in Deutschland?

Das Galaxy Z Fold 8 startet bei 1.999 Euro mit 256 GB, kostet 2.199 Euro mit 512 GB und 2.599 Euro mit 1 TB. Das größere Fold 8 Ultra beginnt bei 2.199 Euro und reicht bis 2.799 Euro für die 1-TB-Variante. Marktstart ist der 7. August 2026, vorbestellen lässt sich seit der Vorstellung am 22. Juli.

Warum sind die neuen Foldables teurer geworden?

Samsung begründet den Aufschlag mit der weltweiten Knappheit bei DRAM-Speicher. Das ist bemerkenswert, weil der Grund nichts mit der Falttechnik zu tun hat: Der Preis steigt nicht, weil das Scharnier besser wurde, sondern weil ein Bauteil knapp ist, das in jedem Gerät steckt. Ein Argument gegen die Erwartung, Foldables würden mit der Zeit automatisch günstiger.

Ist das Fold 8 der Nachfolger des Fold 7?

Nicht im klassischen Sinn. Samsung positioniert es als neues Format: kürzer und breiter, gedacht fürs Lesen und Schauen und für Menschen, die zum ersten Mal ein Foldable kaufen. Wer das Fold 7 wegen Multitasking und Stiftnutzung gekauft hat, findet im Fold 8 nicht automatisch das bessere Gerät – sondern ein anderes.

Was fehlt dem Fold 8 im Vergleich?

Zwei Dinge fallen auf: ein Telezoom-Objektiv gibt es nicht, und der Flex-Modus – das teilweise Aufklappen für Videocalls oder Fotos ohne Stativ – entfällt. Beides sind bewusste Streichungen zugunsten von Preis, Gewicht und Format, keine Versehen.

Lohnt sich ein Foldable im Alltag überhaupt?

Es kommt darauf an, was du wirklich tust. Wer täglich längere Texte liest, Tabellen prüft oder unterwegs mit zwei Apps nebeneinander arbeitet, bekommt echten Nutzen. Wer hauptsächlich Nachrichten schreibt, telefoniert und fotografiert, zahlt beim Fold rund das Doppelte eines sehr guten klassischen Smartphones für einen Vorteil, der im Alltag selten auftaucht.

Wie steht es um Reparierbarkeit und Lebensdauer?

Verlässliche Langzeitdaten zur achten Generation gibt es noch nicht – sie erscheint erst im August. Grundsätzlich bleiben Foldables die anspruchsvollste Reparaturklasse: Das Innendisplay ist mit dem Scharnier verbunden, ein Displaytausch ist entsprechend teuer, und Staub im Scharnier ist der Klassiker unter den Spätschäden. Wer lange etwas davon haben will, sollte Reparaturkosten vor dem Kauf prüfen, nicht danach.